Aquarium & Zooeingang, Köln

Diplomarbeit an der RWTH Aachen
bei Prof. Ulrich Coersmeier und Prof. Volkwin Marg
1999-2000

Modellfoto des Zoobergs mit darin befindlichem Aquarium

Eingänge
Das Aquarium besitzt zwei Eingänge:
Ein Eingang liegt am Fuß des Berges, der andere liegt auf dem Berg. Beide Eingänge sind innerhalb und außerhalb des Gebäudes miteinander verbunden.

Innerer Weg
Zwei Hauptwege führen durch das Aquarium. Der lange Weg durchquert mäandrierend Aquarium, Terrarium und Insektarium. Er führt den Besucher an allen Becken und Terrarien vorbei. Der kurze Weg verbindet auf gerader Linie die beiden Eingänge. Er durchquert in kurzer Folge die verschiedenen Themenräume und ermöglicht so einen schnellen Überblick über das Aquarium. Langer und kurzer Weg sind an den Endpunkten und an zwei weiteren Stellen miteinander verbunden. Zusammen ergeben Langer und Kurzer Weg einen Rundweg, der an jedem der beiden Eingänge beginnen und enden kann. Ein Durchgehen des Aquariums ist ebenso möglich: Der Besucher geht unten ins Aquarium und kommt oben auf dem Berg wieder heraus oder umgekehrt.

Lachs- und Aalweg
Um die vielfältigen Wanderbewegungen von Fischen zu verdeutlichen, sieht der Entwurf diesen weiteren Querweg vor. Der Aalweg verbindet die Tangfelder der Sargasso-See mit den heimischen Flüssen und Seen. So sind Laichplätze und Lebensräume der Fische miteinander verbunden und der gesamte Lebenszyklus kann dargestellt werden. Auch können die verschiedenen Erscheinungsformen (Glas-, Blank-, Spitzkopf- und Breitkopfaal) im räumlichen Zusammenhang dargestellt werden. Der Lebenszyklus der Lachse kann auf der gegenüberliegenden Seite des Gangs analog dargestellt werden.

Äußerer Weg
Entsprechend zu den inneren Wegen gibt es auch auf dem Berg einen langen Weg und Abkürzungen:
Der lange Weg führt als Rampe an allen Flächen und Gehegen vorbei. Punktuell sind Einblicke ins Aquarium möglich. Ein kurzer Weg verbindet über Treppen die normale Zooebene mit der obersten Ebene des Berges und der Aussichtsplattform.

schematische Darstellung der Wegeverbindungen interne Wegeverbindungen
Grundriss Erdgeschoss
(hellgrau: Technikflächen)

Hell-Dunkel
Im Aquarium wechseln sich dunkle Gänge mit hellen Räumen ab. Die Gänge sind dunkel und werden nur indirekt über die Becken beleuchtet. An den Enden gehen sie in Räume über, in die Tageslicht dringt. Von diesen Räumen gelangt man in den nächsten Themengang. Die Räume fungieren auch als Ruhezone (Großbecken mit Sitzgelegenheiten). Teilweise nehmen sie Sondernutzungen auf. Über die Fassade ist eine Sichtbeziehung nach Aussen möglich.

Technik
Die umfangreichen Technikbereiche mit Pumpen, Rohren und Filtern sind von der Strasse, durch bedrucktes Glas hindurch, teilweise einsehbar. Der Besucher soll eine Ahnung vom enormen technischen Aufwands bekommen, der für die Die über den Technikbereichen liegenden Räume bieten Platz für Tierhäuser und für einen Imbiss mit Kiosk.

Aquarium, Bereich Nordsee
Computersimulation
Aquarium, Vorführraum
Aquarium, Bereich Tiefsee
Computersimulation
Computersimulation
Aquarium, Tropische Fische& Übergang zur Tropenhalle

 

Städtebau

Zeichnung: Lageplan Lageplan mit Rhein, Rheinseilbahn, Zoobrücke & Flora

Die städtebaulichen Ideen sind:

Wand
Der Bereich zwischen Lennéstr, Frohngasse und Stammheimer Weg ist heute nur im nördlichen Teil vom Aquarium besetzt. Übrig gebliebenen ist eine mit einzelnen Bäumen bestandene Grasfläche. Ihr wendet das existierende Gebäude seine Rückseite zu. Strassenlärm, Abgase und fehlende Freiraumgestaltung machen daraus eine kaum zu nutzende Restfläche. Der Entwurf schlägt vor, diesen Raum für den Zoo zu nutzten:
Eine Wand soll die Fläche umschließen und einen geschützten Raum schaffen. Diese Umschließungswand ist zur Strassenseite so ausgebildet, dass sie einerseits als geschlossene Großform wirkt, andererseits aber Einblicke in Tropenhalle und Aquarium zulässt. Stadträumlich fasst sie die äußere Kante des Kölner Grüngürtels. Am Stammheimer Weg verschwindet die Wand im Wasser. Einblicke in den Zoo werden möglich.

Skizze zur Idee Wand

Platz
Zoo, Flora, Rheinuferweg und Seilbahn sind zur Zeit schlecht miteinander verbunden. Große Verkehrsachsen zerschneiden die fußläufigen Verbindungen und erschweren die Orientierung. Der Entwurf verknüpft die Freizeiteinrichtungen an einem gemeinsamen Platz, der mit Bus und Bahn gut erreichbar ist. Der neue Zooeingang liegt gegenüber dem Floraeingang und dem Eingang zur Rheinseilbahn. Dazwischen gibt es alten Baumbestand. Haltestellen für Linienbusse sind bereits vorhanden. Reisebusse, Taxen und PKW erhalten eine neue Vorfahrt. Vor dem Zooeingang, wo die Brücke endet, entsteht ein Sammelplatz für Gruppen unter den Bäumen. Auch Zooladen, Zooverwaltung und Zooschule werden vom Platz erschlossen. Ein vorhandenes Restaurant erhält eine neue Terrasse am Wasser neben der des neuen Zoo-Restaurants. Von den Terrassen lässt sich das Treiben auf Vorplatz, Brücke und im Zoo gut beobachten.

Skizze zum Platz

Überbrückung
Eine Fußgängerbrücke überquert derzeit die stark befahrene Riehler Straße und erschließt die zwischen den Fahrspuren gelegene U-Bahn-Haltestelle über Treppen. Auf beiden Seiten läuft sie als Rampe aus. Zur Rheinseite erschließt sie Zooparkhaus und Rheinuferweg; auf Zooseite endet sie als Rampe mit Zwischenpodest und Einblick ins Onager-Gehege am Beginn der ehemaligen Lenné-Straße. Der Entwurf verlängert diese Brücke und überquert das Zoogelände: Neue Einblicke in den Zoo werden möglich und sollen Lust auf einen Besuch machen. Die Brücke senkt sich auf eine Wasserfläche, welche Zoo und Vorplatz trennt, und wird dort zum Steg. Sie endet auf dem neuen Platz und verbindet nun den Rhein über den Zoo hinweg mit dem Stadtteil Riehl und der Flora.

Skizze zur Brücke

Rheinseilbahn
Die derzeitige Rheinseilbahnhaltestelle liegt eingeklemmt und schlecht sichtbar unter einer Zoobrückenabfahrt. Der Entwurf schlägt eine Verlängerung der Bahn und Verlegung der Haltestelle an den neuen Platz vor. Die Erschließung wird damit wesentlich verbessert und die historische Verbindung Rheinpark - Zoo/Flora wiederhergestellt. Die Überquerung des Zoos wird zum zusätzlichen Erlebnis.

Skizze zur Seilbahn

Berg
Vom Berg hat man einen Überblick über das Zoogelände. Außerdem ermöglicht der Berg einen Bezug zur Stadt: Man hat Ausblick auf Innenstadt, Dom und Rhein sowie Flora und Rheinseilbahn. Der Berg bildet einen vertikalen Endpunkt/ Abschluss des Zoos. Er ist zur Zooseite abterrassiert. Das hat gegenüber einem Gebäude mit vertikalen Wänden den Vorteil, dass die Freiräume nicht verschattet werden.

Skizze zum Berg

Modellfoto des Zoos

Städtebauliches Modell

© Heiko Behrens
Die Computersimulationen wurden mit ArchiCAD erstellt.